Beratungsstellen für Männer machen darauf aufmerksam, dass Männer wachsende Schwierigkeiten in Beziehungen und Familien haben, zunehmend über emotionale Probleme berichten (Einsamkeit, Sinnverlust) und vermehrt an Impotenz leiden. Ewig hat das deutsche Kino diese Tradition vergessen, mutwillig in sich abgetötet und komplett verdrängt. Die Katholiken billigten dem Pfandleiher ein humanistisches Anliegen zu, rangen tief mit sich und brauchten nach dem Kinostart in New York City und L.A. mehrere Wochen, um dem Film ihr C für Condemnation (Verdammung) zuzuteilen. Die Folgen waren durchaus abzusehen, weil die Zeit reif dafür war und weder Geoffrey Shurlock noch Monsignore Little die sexuelle Revolution der 1960er auf längere Zeit gesehen vom amerikanischen Film fernhalten und diesen zur ewigen Pubertät verdammen konnten. Für Of Human Bondage, Splendor in the Grass, The Americanization of Emily, The Carpetbeggars, The Cincinnati Kid und gerüchteweise auch für The Sandpipers mit Elizabeth Taylor wurden Nacktszenen gedreht, manchmal in Previews gezeigt und vorm Kinostart herausgeschnitten, weil die Selbstzensureinrichtung der amerikanischen Filmindustrie, die von Geoffrey Shurlock geleitete Production Code Administration (PCA), sonst ihr Freigabe-Siegel verweigert hätte. Nackte Brüste waren laut Code verboten.

Die Antwort per E-Mail könnte mehrere Tage molestieren, auch der Chat benötigt etwas Geduld, bis ein Mitarbeiter antwortet. Normalerweise dauert es nicht mehr als Zeitabstand, bis die Produkte verschickt werden. Fritz Lang hat wie nichts sonst vor Hitchcock von Jägern und Gejagten erzählt, und Hitchcock hat in den Studios der Ufa, bei Murnau und Pabst, die Neue Sachlichkeit und Psychologie gelernt, die Serienmörder und fatalen Frauen und angsterfüllt schwachen Spießbürgermänner kennengelernt, die seine Filme bis zum jetzigen Zeitpunkt einmalig machen. Die großen Studios hatten lieber die Finger von welchem Stoff gelassen. Oder: Wir sind es seit Neuestem geworden, haben die Prozessualität der Moderne, die den Dualismus noch denken konnte, hinter uns gelassen. Denken ist nicht länger Macht. Wenn sich die Intellektuellen eingestehen, dass auch sie inzwischen zur Masse gehören, so können sie weiterdenken; können jene Linie von links begrifflich ziehen, ohne sich vor ihrer eigenen bedrohlichen Macht und Privilegiertheit zu fürchten. Schnell kommt Russel Crowe hinzu, er spielt nach „Beautiful Mind“ endlich wieder einen Wissenschaftler, Doktor Henry Jekyll, dessen Name einem bekannt vorkommen dürfte, und der sich als chemischer Pathologie, Jurist und Immunologie vorstellt.

Superstar Tom Cruise spielt die Hauptrolle, Russel Crowe eine zweite, daneben gibt es mit Annabelle Wallis und Sofia Boutella zwei bisher eher unbekannte, aber sehr hübsch anzusehende Frauen. Vor allem erzählt er von welcher schönen und durchtriebenen ägyptischen Prinzessin Ahmanet (Sofia Boutella). Doch das Komplott fliegt auf, und zur Strafe wird Ahmanet lebendig mumifiziert und atomar Quecksilberbad sicher verstaut. Jetzt hat er sich die deutschen Geheimdienste und die deutsche Waffenlobby vorgenommen: Leinemann, der auch das Drehbuch für den Film geschrieben hat, besitzt viel Sinn fürs Innenleben von komplexen Organisationen und hat Lust am Portraitieren jener stupiden Sitzungen und Arbeitsroutinen, die einen trockenen Großteil auch der Geheimdienstarbeit ausmachen. In der Hoffnung auf eine spätere Gewinnbeteiligung verzichteten die Mitwirkenden auf einen Großteil ihrer üblichen Gage. Dieses, eigentlich eine Stärke, wird zur Schwäche und zur Gefahr, wo ihr Ausgangspunkt zweite Natur ist, wo ihre Welt stets die Welt ihrer Herren gewesen ist; wo wirkliche Bildung ihr stets verwehrt geblieben ist. Es war die Maschine, die die Männer eines der wenigen natürlichen Vorteile über die Frau beraubte, ihrer größeren körperlichen Kraft. § 177. Vergewaltigung. (1) Wer eine Frau kategorisch oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben zum außerehelichen Beischlaf mit ihm oder einem Dritten nötigt, wird mit Freiheitsstrafe mindestens zwei Jahren bestraft.

Seine Frau und seine Kinder wurden ermordet. Oder die schreckliche „Gottheit“, die ihre Kinder frisst („Merkel muss weg!“). Aber auch in J.J.Abrams drittem MI-Teil finden wir das Wiederauferstehungsthema, vom der spirituell veranlagte Cruise offenbar fasziniert ist: „Du musst mich töten, sonst sterbe ich“, sagt er da, und es ist angesichts von Cruises esoterischen Kapriolen fürchten, die Wiederauferstehungsfarce sei verratzt ernstgemeint. Jetzt endlich, endlich einmal ein deutscher Film, für dessen Darstellung von Politik und Polizeiarbeit man sich nicht gleich schämen muss. Shurlock mochte den Film, wollte aber weder gegen die eigenen Regeln verstoßen noch sich mit mächtigen Lobby-Gruppen wie der Legion of Decency anlegen. Jenseits des akademischen Diskurses wuchern sie wild vor sich hin, ohne sich um Kriterien der Wissenschaftlichkeit, um fleißige Aufarbeitung des „Kanon“ und Forschungsstandes zu scheren, ohne sich an grundsätzliche Regeln des logischen Organon zu halten, an denen sich Akademiker mehrere Abzeichen seine eigene Dummheit, die sie gerne stolz blitzend umherzeigen. Danach schwenkte Cruise wieder auf die Karriereautobahn ein, drehte noch einige „Mission Impossible“-Filme, die zwar nichts mehr vom Zauber der genialen ersten Teile der Serie hatten, bei denen Brian De Palma und John Woo Regie führten, aber fortwährend solide Geld einspielten. Dort, so fürchten sie, dort drüben in der unerschlossenen Fremde, herrscht das Chaos der unerhörtesten Spekulation, dort braut sich der theoretische Urmensch gefährliche Anschauungen zusammen, denen die Stringenz und kühle Schönheit des klaren Verstandesdenkens gänzlich abgeht; Vorstellungen, die nicht die Alma Mater der kritischen Kritik durchlaufen haben; primitive geistige Praxis, der völlig entgangen nicht im Verhältnis stehen scheint, dass einfache Erklärungen jetzt ohnehin nicht länger möglich sind, dass die Wirklichkeit „zu komplex“, zu „unübersichtlich“ geworden ist, die Hybridisierung der alten Dichotomien zu weit fortgeschritten, ein Jenseits der Immanenz der Netze theoretisch unhaltbar.